Schädlinge

Print Friendly

Schädlinge im Garten können eine verheerende Wirkung entfalten. Mit unter werden auch andere noch gesunde Pflanzen vom jeweiligen Pilz oder Insekt befallen. Hier findet ihr eine Auswahl der bekanntesten Schädlinge.
Die meisten dieser Insekten oder Pilze können auf natürlichem Wege bekämpft werden.
Ein wirksamer Tipp: die Läuse auf meinen Chilis habe ich mit einer Sprühmischung aus Frosch® Spülmittel (Tenside biologisch abbaubar!) und Wasser erfolgreich bekämpft. Direkt ganz leicht auf die Läuse sprühen. Diese sterben sofort ab. Läuse verstecken ihre Brut in den Blütenkelchen. Dadurch sind sie vor Regen und Freßfeinden geschützt. Ein direktes Sprühen in den Blütenkelch hatte keine Auswirkung auf die Pflanze. Die Chilis sind normal gewachsen.
ACHTUNG: Einige Pilzerkrankungen können nur wirksam mit entsprechenden Fungiziden bekämpft werden!
Für präzisere Informationen klickt bitte auf den Link zur jeweiligen Wikipedia-Seite
und lest unbedingt zusätzlich die entsprechenden Erläuterungen der Autoren!
Vorsicht! Gift ist Gift und findet sich in der Regel nach der Verwendung im Nahrungskreislauf wieder!

APFELSCHORF

Apfelschorf

Apfelschorf (Venturia inaequalis) Foto: Jan Homann – Wikipedia

Symptome:
Der Apfelschorf ist eine Pilzkrankheit die über die befallenen jungen Blätter auf die Früchte geht. Die Blätter bekommen zunächst braunschwarze Flecken welche mit der Zeit rissig werden. Die Früchte verkorken und werden deformiert.
Maßnahmen:
Das Zusammenrechen oder -harken des abgefallenen Laubes und dessen fachgerechte Kompostierung dient dem Schutz vor übermäßigem Befall. Diese Maßnahme kann aber allenfalls im Kleingarten durchgeführt werden. Der Erwerbsanbau schützt die Bäume nach wie vor durch die auf einem Warndienst (Schorfprognose) basierende, terminlich gezielte Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln. Ein für die Arten an Kernobst geeignetes biologisches Fungizid ist das Bakterium Bacillus subtilis, Stamm QST 713.

APFELWICKLER

Symptome:
Der Apfelwickler befällt ausschließlich Kernobst wie z.B. Äpfel oder Birnen.
Ende Mai / Anfang Juni legen die Weibchen bis zu 80 Eier an die Jungfrüchte. Nach 10-14 Tagen schlüpfen die ersten Maden. Diese fressen sich durch die Schale ins Innere der Frucht. Die geschädigte Frucht reift vorzeitig und fällt ab.
Maßnahmen:
Bei der biologischen Schädlingsbekämpfung setzt man auf die Verwirrmethode, das Apfelwicklergranulovirus und verschiedene natürliche Gegenspieler wie Ohrwürmer (findet man häufig in den Fraßgängen der Apfelwicklerlarve), Wanzen und Schlupfwespen wie z. B. Elodia tragica, Trichomma enecator, Ascogaster quadridentatus und Hyssopus pallidus. Die Larven stellen auch eine willkommene Nahrung für Vögel dar. Zur biologischen Bekämpfung der Larven des Apfelwicklers eignet sich auch das Baculovirus, inzwischen sind jedoch auch Apfelwickler entdeckt worden, die resistent gegen dieses Virus sind. Alle Maßnahmen, die diese Nützlinge fördern, tragen zur Regulierung des Schädlings bei.

BIRNENGITTERROST

Symptome:
Der Birnengitterrost befällt dauerhaft verschiedene Wacholderarten und verursacht dort knotige Verdickungen der Äste. Die Sporenlager werden als orangefarbene, gummi- bis gallertartige Auswüchse im Frühjahr sichtbar. Sie quellen und schrumpfen in Abhängigkeit von Luftfeuchte und Niederschlag.
Die hier gebildeten Basidiosporen werden jedes Frühjahr durch Wind auf die Blätter von Birnbäumen übertragen. Die Infektion der Blätter erfolgt von der Blattoberseite her und ist im Anfangsstadium durch orange-rote Flecken sichtbar, die sich mit der Zeit vergrößern. Hier bildet der Pilz Sommersporen, die ihrerseits nur die Blätter der Birnbäume infizieren. Möglicherweise hilft die auffällige Farbe und ausgeschiedener „Nektar“, Fliegen und Wespen anzulocken, die bei der Verbreitung der Sporen helfen. Auf diese Weise und bei günstiger Witterung kann sich der Pilz binnen kurzer Zeit explosionsartig ausbreiten. Im Spätsommer wächst der Pilz durch das Blatt und bildet auf der Blattunterseite bräunliche, oft mehrere Millimeter lange Wucherungen. In diesen Aecidiosporenlagern werden die Wintersporen gebildet. Mit der Sporenreife reißen die Wucherungen gitterartig auf und setzen die Wintersporen frei, die nun wieder Wacholder infizieren können.
In manchen Jahren erreicht der Befall fast alle Blätter eines Baums. Junge Birnbäume kann der Pilzbefall ernsthaft schädigen, bei älteren Pflanzen handelt es sich meist nur um einen weiteren Stressfaktor. ACHTUNG VERWECHSLUNGSGEFAHR! Orange (oder orangegraue) Verdickungen der Blätter werden auch durch die Birnenpockenmilbe hervorgerufen.
Maßnahmen:
Der Birnengitterrost ist als wirtswechselnder Pilz an zwei Stellen zu bekämpfen:
Behandlung der Wintersporenlager an Wacholder (meist Chinesischer Wacholder (Juniperus chinensis) und Sadebaum (Juniperus sabina):
Entfernen von betroffenen Bäumen und Sträuchern
Entfernen betroffener Stellen an Bäumen und Sträuchern
Ersetzen durch robuste (Juniperus hetzii) oder besser resistente Arten (z. B. Juniperus communis)
Behandlung des Sommerwirts Birne (seltener: Quitte):
Behandlung der Birne mit Fungiziden, zum Beispiel Myclobutanil (am besten in der Sporenflugphase, dazu befallenen Wacholder kontrollieren)
Die Sporen können mit dem Wind viele Kilometer transportiert werden, bevor sie sich auf einem Wirt niederlassen. Das prophylaktische Entfernen von Bäumen in der Nähe ist dementsprechend meist nur mäßig wirkungsvoll. Erfahrungsgemäß behandelt man zu Befall neigende Birnbäume prophylaktisch bereits bei Sichtbarwerden der ersten Blütenknospen durch Spritzen mit Triazol in zweiwöchigen Abständen. Das Laub befallener Birnbäume kann bedenkenlos kompostiert werden.

FALSCHER MEHLTAU

Symptome:
Die Infektion erfolgt entweder als Primärinfektion im Frühjahr durch Oosporen, die im Boden überwintern können oder durch Zoosporen, die von den befallenen Primärherden gebildet werden. Die frei beweglichen Sporen (Zoosporen) dringen über Spaltöffnungen ins Wirtsgewebe ein, wo sie zwischen den Zellen (interzellulär) das Pilzgeflecht (Hyphen) ausbilden. Über Ernährungsorgane (Haustorien), welche in die lebenden Zellen eingebracht werden, entnehmen die Pilze der Pflanze Nährstoffe und schädigen sie dadurch. Zur Fortpflanzung wachsen Hyphen aus den Spaltöffnungen aus und bildet verzweigte Fruchtkörper (Sporangienträger). Der Nährstoffverlust lässt die befallenen Blätter vergilben und abfallen. Falscher Mehltau verbreitet sich vor allem unter feuchtwarmen Bedingungen im Feld und auch in Glashauskulturen.
Große wirtschaftliche Bedeutung haben unter den Peronosporales der Falsche Mehltau der Weinrebe (Plasmopara viticola), die Kraut- und Knollenfäule der Kartoffeln (Phytophthora infestans) und der Tabakblauschimmel (Peronospora hyoscyami f. sp. tabacina). Unter feucht-warmen Standortbedingungen sind Zuckerrüben, Kopfsalat, Kohlarten und Rosen ebenfalls gefährdet. Im Gewächshaus kann der Falsche Mehltau bei Gurken zu einem totalen Ernteausfall führen. Von Bedeutung ist der Falsche Mehltau auch bei Sonnenblumen und Hopfen.
Maßnahmen:
Bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts standen nur Kupferverbindungen zur Bekämpfung des Falschen Mehltau zur Verfügung. Wegen der Schädigung des Bodenlebens beim Einsatz dieses Schwermetalls wurde die Verwendung eingeschränkt. In der aktuellen Nutzpflanzenproduktion werden prophylaktisch überwiegend synthetisch hergestellte systemische Fungizide und Kontaktfungizide eingesetzt. Ein wirksames Mittel ist der Einsatz von Phosphonsäure, der auch im biologischen Landbau zulässig ist. Eine besondere Rolle bei der Mehltaubekämpfung in der Landwirtschaft und im Weinbau spielt der Pflanzenschutz-Warndienst. Dieser wird von staatlichen Pflanzenschutzämtern und wissenschaftlichen Instituten während der Vegetationsperiode herausgegeben und gibt regional Auskunft darüber, wann auf Grund der Niederschlagsmenge und Temperaturen Bekämpfungsmaßnahmen in Freilandkulturen zu ergreifen sind.
Darüber hinaus erfolgen besondere Forschungsanstrengungen einerseits zwecks Einsatz von Naturstoffen zur Auslösung von Resistenzen gegen den Falschen Mehltau in Nutzpflanzen und andererseits zwecks Züchtung mehltauresistenter Pflanzensorten.

KLEINER FROSTSPANNER

Symptome:
Die Raupen des Kleinen Frostspanners leben polyphag und können an ihren Wirtsbäumen erheblichen Schaden verursachen. Mitunter lassen sie nur die stärkeren Blattrippen und Stiele übrig. Vereinzelt kommt es zu Kahlfraß an einem gesamten Baum. Als Wirtsarten dienen zahlreiche Laubhölzer, darunter Eiche, Buche, Hainbuche, Ahorn und viele andere, sowie Obstbäume, an denen die Raupen großen Schaden anrichten können.
Maßnahmen:
Zum Schutz von Obstbäumen in Plantagen werden den Stämmen mit Klebstoff bestrichene Manschetten, sogenannte Leimringe, angelegt, an denen die Weibchen hängen bleiben. Da die sterbenden Tiere dann oft ihren gesamten Eivorrat am Leimring ablegen, nutzt diese Bekämpfungsmethode nur dann, wenn der Leimring rechtzeitig vor dem Raupenschlupf entfernt und verbrannt wird. Befinden sich jedoch weitere befallene Bäume im Umkreis von einigen Kilometern, dann ist früher oder später mit einer Neubesiedlung durch windverdriftete Jungraupen zu rechnen.

KIRSCHFRUCHTFLIEGE

Symptome:
Die Larven der Fliegen entwickeln sich in den Früchten von Vogel-Kirschen (Prunus avium), Sauerkirschen (Prunus cerasus), Heckenkirschen (Lonicera), Schneebeeren (Symphoricarpos) und Gewöhnlichen Traubenkirschen (Prunus).
Die Flugzeit der Kirschfruchtfliegen ist je nach Temperatur zwischen Ende Mai und Anfang Juli. Bei Sonnenschein sitzen die Fliegen auf den Blättern und Früchten der Larven-Nahrungspflanzen und saugen austretenden Pflanzensaft. 10 bis 15 Tage nach dem Schlüpfen beginnen die Weibchen bei warmen Wetter mit der Eiablage. Gelegt werden 50 bis 80 Eier, die jeweils einzeln unterhalb der Epidermis von reif werdenden Früchten eingelegt werden. Nach 5 bis 12 Tagen schlüpfen die Maden, die sich vom Fruchtfleisch um den Kern ernähren. Dadurch beginnt die Frucht zu faulen und fällt zu Boden. Die Larven sind nach etwa 30 Tagen ausgewachsen und verlassen die Frucht, um sich in einigen Zentimetern Tiefe im Erdreich zu vergraben und zu verpuppen. Fällt die Frucht nicht ab, lassen sich die Tiere an einem Spinnfaden hinab. Die Insekten überwintern. Die Puppen können auch zwei oder dreimal überliegen, bevor die Imago schlüpft.
Zum Zeitpunkt des Fluges verringern kühle Temperaturen und hohe Niederschläge die Populationen der Fliegen. Dementsprechend sind in trockenen Jahren die Kirschbäume besonders befallen. Auch werden eher späte Sorten von der Fruchtfliege befallen, da frühe Sorten dann reifen, wenn sich die Fliegen noch nicht richtig entwickelt haben.
Maßnahmen:
Im ökologischen Landbau werden die Kirschen durch ein engmaschiges Netz (z. B. ein Kirschbaum-Schutznetz) geschützt. Da es bei großen Bäumen nicht möglich ist, diesen komplett einzunetzen wird der Baum regelmäßig beschnitten, damit er klein bleibt und das Netz über den ganzen Baum ausgedehnt werden kann. In der ökologischen Landwirtschaft kommen insektenschädigende Fadenwürmer (Nematoden) zum Einsatz.
Zur Bekämpfung der Kirschfruchtfliege im Amateur-Gartenbau werden sogenannte Gelbfallen vermarktet. Diese werden zu Beginn der Gelbfärbung der Kirschen an der Süd- und Westseite des Baumes aufgehängt und erinnern die Fliegen an die Farbe der Kirschen. Die Fliegenfallen sind mit Leim bestrichen, wodurch die Fliegen beim Versuch ihre Eier abzulegen kleben bleiben. Einige Fallen werden mit einem Lockstoff ausgeliefert, der die Fliegen dazu animiert, die Falle als Flugziel zu bevorzugen. Pro Meter Baumhöhe sollten zwei Fallen zum Einsatz kommen. Eine einzelne Fliege kann bis zu 200 Eier legen und dadurch mehr als ein Kilogramm Kirschen befallen. Das Anbringen von Gelbfallen ist unzureichend, um sämtliche Früchte vor einem Madenbefall zu schützen.
Um einem starken Befall vorzubeugen können Kirschsorten gepflanzt werden, deren Früchte zum Zeitpunkt der Eiablage noch nicht weitgenug gereift oder bereits abgeerntet sind. In Abhängigkeit vom Standortklima findet die Eiablage zu unterschiedlichen Zeitpunkten statt, wodurch es sehr vom Standort abhängig ist, welche Sorten weniger anfällig sind. Hühner und Enten scharren die Puppen aus dem Boden und fressen sie. Auch das Fallobst wird von diesen Tieren gerne vertilgt. Eine isolierende Bodenbedeckung, z. B. mit Mulchmaterial, verzögert die Erwärmung des Bodens und somit das Schlüpfen der Fliegen. Befindet sich der Baum auf einer Wiese, so ist es förderlich diese bis zur Kirschernte nicht zu mähen.

KNOLLENFÄULE

Symptome:
Die durch das Pathogen verursachte Krankheit heißt bei der Tomate Kraut- und Braunfäule, bei der Kartoffel Kraut- und Knollenfäule. Der Befall von Kartoffeln, insbesondere in feuchten Sommern, zum Teil auch im Frühling, wenn der Erreger optimale Bedingungen für die Vermehrung vorfindet, führt zu Ertragsausfällen, die regelmäßig 20 % des durchschnittlichen Ertrages übersteigen können. Bei Freilandtomaten kann die von Phytophthora infestans hervorgerufene Krankheit bis zum Totalausfall der Ernte führen.
Erste Symptome der Krankheit sind an Blättern und Stängeln sichtbar: Von den Blatträndern her treten dunkelbraune Flecken auf. Sie vergrößern sich rasch bei feuchtem Wetter oder starker Taubildung und bilden auf der Unterseite der Blätter einen weißen Pilzrasen, der an Schimmel erinnert. An den Enden der Pilzfäden entstehen Sporenbehälter (Sporangien). Die Sporen werden bei Nässe freigesetzt und dringen mithilfe eines Keimschlauchs aktiv in das pflanzliche Gewebe ein. Bei Temperaturen über 10 °C keimen die Sporangien auch direkt aus. Der Pilz gelangt über Wunden, natürliche interzellulare Öffnungen (Lentizellen) und Keimanlagen schon während der Vegetationszeit oder bei der Ernte in die Knollen. Befallene Knollen weisen graublau verfärbte Flecken und braunes Knollenfleisch – ohne scharfe Abgrenzung zum gesunden Gewebe – auf. Sie sind ungenießbar. Der Pilz überwintert in den Knollen. Schon eine einzige infizierte Knolle kann ausreichen, um eine Epidemie in einem Kartoffelbestand auszulösen.
Maßnahmen:
Die Krautfäule der Kartoffel kann mit verschiedenen Fungiziden bekämpft werden. Dazu stehen Mittel mit systemischer, teilsystemischer, translaminarer und kontaktaktiver Wirkungsweise zur Verfügung. Sie müssen bis zur Ernte mehrfach ausgebracht werden. Meist werden im Hauptwachstum des Krauts zuerst systemische, dann später in der Kultur teilsystemische und zum Schluss kontaktaktive Mittel ausgebracht. Für die Vorhersage der optimalen Bekämpfungstermine gibt es Prognosemodelle (wie: SIMPHYT, PhytophthoraModell Weihenstephan, ProPlant expert, PrognoOnline Kartoffel, PhytoPre). Bei der Behandlung muss beachtet werden, dass bei Phytophthora Resistenzen gegenüber Wirkstoffen der Wirkstoffgruppen Phenylamide (wie: Benalaxyl, Metalaxyl–M, Ofurace, Oxadixyl) und Carbamate (Propamocarb) sowie dem Wirkstoff Dimethomorph auftreten. Generell ist früher oder später mit Resistenzen zu rechnen, wenn stets der gleiche Wirkstoff eingesetzt wird. Zur Vorbeugung gegen eine Resistenzbildung empfiehlt sich ein Wirkstoffwechsel zwischen den Behandlungen und Wirkstoffgruppen oder die gleichzeitige Ausbringung unterschiedlich wirkender Wirkstoffe (systemisch/teilsystemisch gemischt mit kontaktaktiv). Um den Übertritt des Erregers vom befallenen Kartoffelkraut in die Knollen zu verhindern, tötet man das Kraut etwa drei Wochen vor der Ernte mit Ätzherbiziden oder durch Abschlegeln ab. Neben den chemischen Bekämpfungsstrategien kann der Ertragsverlust auch durch die Wahl resistenter Sorten und das Vorkeimen der Pflanzkartoffeln reduziert werden. Bei der Sortenwahl ist zu beachten, dass sich bei Kartoffeln die Blattresistenz von der Knollenresistenz unterscheidet. Zu den resistenten Sorten gehört die südamerikanische Art Solanum bulbocastanum, die vom BASF-Konzern als Basis für die gentechnisch veränderte Sorte Fortuna genutzt wurde.
Kraut- und Braunfäule bei Tomaten
Effektiv lässt sich Phytophthora durch Überdachen der Pflanzen gegen Regen und das Vermeiden von nassen Blättern beim Gießen verhindern. Grund hierfür ist, dass der Erreger zur Keimung flüssiges Wasser braucht. Wie bei Kartoffeln gibt es auch bei Tomaten Sorten mit geringerer Anfälligkeit, diese sind jedoch häufig kleinfrüchtiger. Zusätzlich sollte eine räumliche Nähe von Tomaten zu Kartoffeln vermieden werden. Der Erreger wächst zunächst auf Kartoffeln, bildet Sporen und wird dann durch den Wind auf Tomaten übertragen. Da die Kraut- und Braunfäule eine Pilzkrankheit ist und durch Sporen übertragen wird, darf sie auf gar keinen Fall in bzw. auf den Kompost gegeben werden. Die befallenen und entfernten Pflanzenteile sollten entweder in den normalen Hausmüll gegeben oder verbrannt werden. Die anfallende Asche kann problemlos wieder als Dünger verwendet werden.

KRÄUSELKRANKHEIT

Symptome:
Bereits beim Austrieb im Frühjahr kräuseln sich die jungen grünen Blätter und weisen hellgrüne und/oder rote Blasen auf. Im weiteren Verlauf färben sich die erkrankten Blätter weißlich-grün und erscheinen im Endstadium vergrößert, gummiartig und brüchig. Die Blätter werden schließlich abgeworfen. Im Juni/Juli erfolgt meist ein gesunder Neuaustrieb, da der Pilz oberhalb von 16°Celsius nicht infektiös ist. Durch den starken Blattverlust verringert sich allerdings die Gesamtphotosyntheseleistung. Der Blüten- und Fruchtbesatz derart geschwächter Bäume reduziert sich und auch der Knospenansatz für das nächste Jahr ist eingeschränkt. Bei starkem Befall sterben ganze Zweige ab, so dass der Baum nach einigen Jahren gerodet werden muss. Im Sommer besteht, für das ungeübte Auge, Verwechslungsgefahr zwischen der pilzbedingten Kräuselkrankheit im Endstadium (das heißt, ohne die anfangs kennzeichnenden roten Blasen) und Blattkräuseln durch Insektenbefall. Eine Inspektion der Blattunterseiten auf Blattläuse etc. erlaubt hier die eindeutige Diagnose.
Die Kräuselkrankheit am Pfirsich wird von Taphrina deformans, einem Schlauchpilz, verursacht. Dieser Pilz steht in naher Verwandtschaft mit Taphrina pruni, dem Erreger der Narren- oder Taschenkrankheit an der Pflaume. Taphrina deformans lebt von Juni bis Februar saprophytisch – das heißt er ernährt sich ausschließlich von abgestorbenem Pflanzenmaterial – als Sprossmycel an Trieben und Knospenschuppen. Ende Februar bis Anfang März zerfällt das Sprossmycel in eine Vielzahl von Sprosszellen. Durch Regen werden die Sprosszellen in die gerade geöffneten Knospen des Baumes geschwemmt (in Westeuropa also etwa im Februar). Dort infizieren sie die noch nicht entfalteten Blätter und durchwuchern die Blütenknospen. Ist dieses geschehen, helfen keine Gegenmaßnahmen und die Krankheit nimmt im Frühjahr ihren Lauf. Mitte Mai bis Anfang Juni bildet der Pilz Sporenlager aus, die als zarter, plüschartiger Flaum zu erkennen sind. Die enthaltenen Ascosporen keimen auf den Trieben aus und überwintern später wieder als Sprossmycel.
Ein Befall mit Taphrina deformans tritt besonders in feuchten Wintern auf, denn zur Infektion benötigt der Pilz 12,5 Stunden kontinuierliche Nässe auf der Baumrinde (durch Regen, nicht durch Tau oder Nebel) bei Temperaturen unter 16 °C.
Maßnahmen:
Es gibt mehrere Ansätze. Zum einen werden krankheitresistente Pfirsichsorten untersucht, so zum Beispiel Pfirsich Benedicte. Die traditionelle und sehr effektive Methode im Gartenbau ist die Pflanzung des Baumes an einer Hauswand unter einem überhängendem Dach, das den Baum in den kritischen Wintermonaten vor Regen schützt und somit die Infektion verhindert; gegebenenfalls wird der Baum zusätzlich mit einer Plane verhangen, bis die Frühjahrstemperaturen 16 Grad Celsius erreichen und den Pilz deaktivieren. Im kommerziellen Anbau ist es üblich, Pfirsiche und Nektarinen kurz vor Knospenaufbruch im Januar oder Februar mit Fungiziden zu spritzen. Diese sind oft kupferhaltige Mittel; neuerdings wird die rückstandsfreie Peressigsäure diskutiert (hergestellt durch Mischung von Essigsäure und Wasserstoffperoxid). Die Anwendung von Fungiziden, auch von Peressigsäure, bedarf ausreichenden Schutzes vor Hautkontakt und Inhalation, und sollte nicht von ungeschultem Personal vorgenommen werden.
Wenn ein Baum im Frühling die Symptome der Kräuselkrankheit aufweist, nimmt die Krankheit unweigerlich ihren Lauf, bis die erkrankten Blätter abfallen und im Sommer durch gesunde ersetzt werden, oder aber der geschwächte Baum stirbt. Begleitende Maßnahmen zum Erhalt des Baumes während des Befallstadiums sind: rechtzeitiges Anbinden von Leimringen am Stamm, insbesondere gegen Blattläuse, Regenschutz an kalten Tagen (< 16 °C), ausreichende Bewässerung und Stickstoffdüngung (Gülle), und Ausdünnung der eventuell noch vorhandenen Früchte. Es ist nicht klar, ob eine Entfernung der infizierten Blätter vom Baum oder eine Entfernung der abgefallenen Blätter vom Erdboden sinnvoll ist.

MAISZÜNSLER

Symptome:
Vor allem in den Mais- und Hopfenanbaugebieten ihres Verbreitungsgebietes tritt die Art oft als Schädling auf.
Die von den Raupen besetzten Stängel brechen oft ab, was die Standfestigkeit der Maispflanzen verringert und dadurch die Ernte erschwert. Auch wird die jeweilige Maispflanze in ihrer Entwicklung geschwächt, da das Stängelmark im Herbst für die Energieeinlagerung in den Kolben nicht mehr zur Verfügung steht, so dass sich bei stark befallenen Parzellen durchaus mehrere 10 Prozent Verluste entweder an Kornertrag (Körnermais) oder Energieertrag (Futtermais) einstellen können. Infolge des Maiszünslerbefalls entsteht oft eine erhöhte Krankheitsanfälligkeit, zum Beispiel gegenüber Schimmelpilzen der Gattung Fusarium, welche den Mais für die weitere Verwendung außer zur Biogasherstellung unbrauchbar machen.
Maßnahmen:
Zur Bekämpfung des Maiszünslers werden entweder Insektizide (z. B. Oxadiazine, Pyrethroide), Schlupfwespen (Trichogramma brassicae) oder das Bodenbakterium Bacillus thuringiensis eingesetzt.
In Deutschland sind zwei Insektizide zugelassen. Sowohl Steward (Wirkstoff Indoxacarb, aus der Klasse der Oxadiazine) als auch Gladiator (Wirkstoff Methoxyfenozid, aus der Klasse der Entwicklungsbeschleuniger) besitzen eine Zulassung gegen den Maiszünsler in Mais. In der Schweiz ist daneben noch der biologisch gewonnen Wirkstoff Spinosad gegen den Schädling im Einsatz. Für diesen Wirkstoff liegt eine Listung im Anhang 3 der Wirkstofflistung in der EU vor. Damit könnte der Wirkstoff auch im “Öko”-Anbau eingesetzt werden.
Zum Zeitpunkt der chemischen Bekämpfung weist allerdings der Mais meist schon eine Wuchshöhe von mehr als einem Meter auf, so dass Spezialtraktoren (Stelzenschlepper oder Selbstfahrer mit sehr hoher Bodenfreiheit) nötig sind, will der Landwirt nicht drei Meter breite Fahrgassen in seinem Bestand haben.
Gentechnisch veränderter Mais auf der Grundlage des für den Maiszünsler giftigen Proteins von Bacillus thuringiensis (BT-Mais) ist zwar gegen die Larve resistent, verhindert aber nicht den Befall durch ausgewachsene Tiere. Es entwickeln sich somit in BT-Mais auch Zünslerlarven, von denen allerdings nur ein sehr geringer Teil bis zum adulten Tier heranwächst.
Eine zusätzliche Methode ist das gründliche Zerkleinern und tiefe Unterpflügen (soweit dies von Umweltauflagen nicht behindert wird) der befallenen Pflanzenteile, was umso wirksamer ist, je mehr Landwirte einer Region sich daran beteiligen.
In Frankreich wird an der Verwirrmethode gearbeitet (dabei wird der auf Pheromonen basierende Lockmechanismus der Falter durcheinandergebracht, so dass Männchen und Weibchen nicht zueinander finden). Diese Methode lässt sich gut mit der Bekämpfung durch Schlupfwespen kombinieren.
Wird Zuckermais angebaut, so stellen die Fraßschäden des Zünslers an den Kolben ein ästhetisches Problem dar (ähnlich dem wurmiger Äpfel, verursacht durch den Apfelwickler), die betroffenen Partien sind dadurch nicht mehr verkäuflich.

ROSTPILZ

Rostpilz (Foto: Rasbak)

Rostpilz   (Foto: Rasbak)

 

 

 

Symptome:
Die Rostpilzartigen leben parasitisch vorwiegend im Interzellularraum von Pflanzengewebe. Sie töten das Gewebe dabei nicht ab. Mit Hilfe eines Haustoriums dringen sie in die Wirtszelle ein. Sie bilden ein Myzel, das nur in seltenen Fällen die ganze Wirtspflanze befällt (etwa Uromyces pisi), meist auf das Gebiet um die Infektionsstelle beschränkt bleibt.
Maßnahmen:
Wenn Pilzsporen von Puccina graminis auf Weizenpflanzen landen, bilden sie Pusteln und extrahieren Nährstoffe, die für die Kornentwicklung bestimmt sind.
Der Getreideschwarzrost führte im Laufe der Geschichte immer wieder zu großen Schäden in Weizen-, Roggen- und Gerstebeständen, da er je nach Sorte zum Ausfall eines Großteils der Ernte führte. Bereits Plinius der Ältere sah im Getreideschwarzrost die größte Getreidepest. Erst im 18. Jahrhundert erkannte man den Zusammenhang zwischen der Nähe von Berberitzen und Getreidefeldern und dem Auftreten der Krankheit, woraufhin beispielsweise die französischen Getreidebauern die Ausrottung der Berberitze forderten. Da der Pilz selbst aber zu dieser Zeit noch nicht bekannt war, wurden die Bauern von den Konfitüre-Kochern, die die Früchte der Berberitze verarbeiteten, des Aberglaubens bezichtigt. 1755 erließ die Kronkolonie Massachusetts ein Gesetz, das den Bauern ein Ultimatum setzte: Auf wessen Land Berberitzen wüchsen, habe diese bis zum 13. Juni 1760 auszureißen oder zu vernichten. Erst 1794 wurde der Pilz durch Christian Hendrik Persoon beschrieben; Anton de Bary erbrachte 1866 den wissenschaftlichen Nachweis für die Rolle der Berberitze als Zwischenwirt.
Nachdem Anfang des 20. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten zwei gravierende Epidemien auftraten, koordinierte das Landwirtschaftsministerium ein Programm zur Ausrottung der Berberitze in wichtigen Weizenanbaugebieten (insbesondere Ohio bis North Dakota). 1933 waren 18 Millionen Büsche eliminiert. Weitere Bundesstaaten schlossen sich mit der Zeit dem Programm an. Um 1930 begannen die Epidemien zurückzugehen. Eine neue Variante des Pilzes verursachte 1953 und 1954 die bislang letzten verheerende Epidemien. Bis heute existiert ein Quarantäneprogramm, demzufolge ein Transport von Berberitzen in oder zwischen Quarantänestaaten verboten ist. Die breite Eliminierung der Berberitze hat die Möglichkeiten zur genetischen Rekombination und damit der Gefahr der Bildung neuer, virulenter Varianten entscheidend eingeschränkt, weswegen der Getreideschwarzrost in den Vereinigten Staaten kein signifikantes Problem mehr darstellt. Gängige Weizensorten enthalten mehrere Resistenzgene gegen bekannte Varianten der Pilzes.

SCHILDLAUS

Schildlaus

Schildlaus (Foto: Vijay Cavale

Symptome:
Die Ursache eines Schildlausbefalls liegt meistens bei den ungünstigen Rahmenbedingungen der Pflanze. Die Schildläuse stellen also meist nur das Symptom dar. Schildläuse befallen gerne geschwächte und mit Stickstoff überdüngte Pflanzen. Im Winter bekommen viele Zimmerpflanzen zu wenig Licht und stehen sehr warm. Hierdurch verändert sich die Zusammensetzung des Pflanzensaftes und bietet günstige Bedingungen für eine schnelle Vermehrung der Tiere.
Maßnahmen:
Als verbessernde Maßnahme sollen in erster Linie die Standortbedingungen der Pflanze und damit die Gesundheit der Pflanze verbessert werden: Hellerer, kühlerer Standort. Der Boden soll gelockert, gemulcht und mit Kompost aufgelockert werden.
Passende Duftkräuter: Bohnenkraut zu Bohnen, Lavendel zu Rosen, Kapuzinerkresse in Baumscheiben.
Bei schwachem Befall an Einzelpflanzen reicht das Abwischen der Tiere von den Pflanzen mit einem befeuchteten Lappen oder einer Bürste, eventuell mit Seifenwasser aus. Besonders schonend und effizient ist das Abduschen mit einem starken Wasserstrahl. Im Frühjahr die Stammmütter zerdrücken. Es eignen sich zudem Spritzbrühen aus Zwiebel- oder Kartoffelschalen, Rhabarberblättern, Knoblauch, Brennnessel, Rainfarn, Wermut oder auch Algenpräparate.
Bei stärkerem Befall und in Flächenkulturen können ölhaltige Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt werden. In Flächenkulturen soll unbedingt die Fruchtfolge und Mischkultur beachtet werden. Unter extremen Umständen kann auf Dimethoat (Präparate zum Beispiel Bi 58, Perfekthion, Rogor usw.) als systemischem Pflanzenschutzmittel zurückgegriffen werden.
Gegen Schildläuse gibt es zudem verschiedene Nützlinge, die auf jeweils eine Lausart spezialisiert sind. So ist zum Beispiel gegen Woll- und Schmierläuse im Gewächshaus und Wintergarten der Einsatz australischer Marienkäfer möglich. Weitere natürliche Feinde der Schildlaus sind: Florfliegen, Schwebfliegen, Schlupfwespen, Raubwanzen, Ohrwürmer und Gallmücken. Die genaue Artenbestimmung der Schildläuse durch eine Fachperson wird deshalb empfohlen.

SPINNMILBE

Spinnmilbe

Spinnmilbe  (Fotos: J. Holopainen / Paramecium)

Symptome:
Die Gemeine Spinnmilbe sticht mit ihren Mundwerkzeugen von der Blattunterseite her die untere Epidermis und das Schwammparenchym bis hin zu den chloroplastenreichen Zellen des Palisadenparenchyms an, um den zuckerhaltigen Zellsaft sowie auch die Chloroplasten selbst aufzusaugen. Da sie 18 bis 22 Einstiche pro Minute vollführen kann, ist die schützende Cuticula der Pflanze stark angegriffen und dadurch ihre Schutzwirkung vor unkontrolliertem Gasaustausch reduziert. Als Folge kollabieren die Zellen relativ schnell. Es resultiert eine physiologische Reaktion der Pflanze, die zu steigender Wasseraufnahme und erhöhter Transpiration führt. Die Transpirationsrate übertrifft bald die Wasseraufnahme, so dass stark befallene Blätter langsam vertrocknen. Auf den Blättern treten daher bei Befall zunächst kleine helle, gelblichweiße Flecken auf. Stärker befallene Blätter nekrotisieren, ändern ihre Farbe von grün zu grau- oder kupferbraun und fallen schließlich ab. Beim Hopfen wird dieses Schadbild daher “Kupferbrand” genannt. Bei stärkerem Befall entwickeln sich zudem feine Gespinste an den Pflanzen, vor allem an den Blattunterseiten, aber auch an den Trieben.
Maßnahmen:
In vielen landwirtschaftlichen Kulturen wie auch in Gartenbau-Betrieben stellt die Gemeine Spinnmilbe ein ernstzunehmendes wirtschaftliches Problem dar. Entsprechend stehen in den meisten Ländern eine ausreichende Zahl zugelassener und wirksamer synthetischer Akarizide zur Spinnmilben-Bekämpfung zur Verfügung. Natürlich sollte der Einsatz dieser Mittel erst dann erfolgen, wenn er z.B. nach Erreichen einer bestimmten Bekämpfungsschwelle fachlich wie wirtschaftlich Sinn ergibt. Zudem sollten ausschließlich nützlingsschonende Akarizide eingesetzt werden, da die Gemeine Spinnmilbe auch eine ganze Reihe natürlicher Gegenspieler hat, die die Populationsentwicklung der Spinnmilben ebenfalls kontrollieren können. Dies sind insbesondere Raubmilben (Phytoseiidae), Blumenwanzen (Anthocoridae), der Schwarze Kugelmarienkäfer Stethorus punctillum (bzw. außerhalb Europas andere Arten dieser Gattung) sowie Taghafte (Hemerobiidae) und Florfliegen (Chrysopidae).

STERNRUSSTAU

Sternrußtau

Sternrußtau  (Foto: Rasbak)

Symptome:
Sternrußtau (Diplocarpon rosae), auch Schwarzfleckenkrankheit genannt, ist eine der häufigsten Pilzkrankheiten der Rose, die aber auch andere Pflanzen, zum Beispiel den Lorbeer befällt.
Die Blätter zeigen zunächst runde, schwarzbraune Flecken, die sich oft sternförmig ausbreiten. Die befallenen Blätter vergilben und fallen schließlich ab. Hierdurch wird die Assimilation eingeschränkt, was eine Schwächung der Pflanze bedeutet. Blattlose Pflanzen bringen kaum neue Blüten hervor, neue Triebe können kein Holz bilden und reifen nicht aus, was eine verminderte Frosthärte zur Folge hat.
Verursacht wird die Krankheit durch im Boden überwinternde Pilzsporen, die oft durch auftreffendes Gieß- oder Regenwasser auf die Rose gespritzt werden, wo sie sich je nach Empfindlichkeit der Sorte mehr oder weniger stark ausbreiten.
Maßnahmen:
Um einer Erkrankung vorzubeugen, ist es wichtig, durch eine entsprechende Nährstoffversorgung die Widerstandskraft der Pflanze zu erhöhen. Da der Befall nur schwer zu bekämpfen ist, empfiehlt es sich, dass die Pflanzen schon ab Mai vorbeugend gespritzt werden. Beim Gießen muss darauf geachtet werden, dass nur an die Wurzel gegossen wird, um dem Pilz kein feuchtes Klima auf den Blättern zu bieten.
Ist die Pflanze erkrankt, muss sie mit einem geeigneten Spritzmittel behandelt werden. Kranke Blätter sowie befallene Triebe sind zu entfernen und in der Mülltonne zu entsorgen, um eine Ausbreitung der Infektion zu verhindern.
Neben der Anwendung von Pflanzenschutzpräparaten empfiehlt sich auch das Abspritzen der Rosen mit Schachtelhalmtee. Ab Frühjahr sollte man die Rosen regelmäßig mit ausgegorener Brennnesseljauche gießen und den Boden mit Holzasche der Buche bestreuen.

THRIPSE

Thripse  (Foto: PaulT)

Thripse (Foto: PaulT)

Symptome:
Von den Pflanzenschutzämtern in Deutschland werden 26 heimische Arten als Schädlinge gelistet. Am bedeutsamsten davon ist der Zuwanderer (Neozoon) Frankliniella occidentalis; außerdem von Bedeutung sind Frankliniella intonsa, Thrips tabaci („Zwiebelthrips“) und Parthenothrips dracaenae. In Mitteleuropa sind nur drei Arten als Schädlinge im Getreide von Belang: Limothrips cerealium, Limothrips denticornis und Haplothrips aculeatus. Die Schäden gelten überwiegend als gering. Von den Pflanzenschutzämtern wird der Einsatz von Insektiziden erst bei starkem Befall (Schadensschwellen-Prinzip) empfohlen. Schädlich sind Fransenflügler kaum wegen der direkten Pflanzenschäden (die oft kaum nachweisbar sind), sondern als Vektoren (Überträger) von Viruserkrankungen. Eine Reihe von Arten der Gattung Tospovirus (Bunyaviridae) wird ausschließlich durch Fransenflügler verbreitet (14 Arten als Vektoren bekannt.
Maßnahmen:
Fransenflügler können mittels verschiedener Methoden bekämpft werden. Neben präventiven Methoden, wie Isolation der Pflanze für einige Tage vor der Ausbringung in die Kultur, ist das Abduschen befallener Pflanzen mit Seifenlauge eine relativ einfache Methode, die auch für den häuslichen Gebrauch anwendbar ist. Bei fliegenden Arten helfen auch Klebetafeln in auf Fransenflügler abgestimmten Farben wie hellblau und gelb. Im landwirtschaftlichen Bereich, wo diese Hausmittel nicht zur Anwendung geeignet sind, wird teilweise versucht, durch biologische Schädlingsbekämpfung der Lage Herr zu werden. Hier bietet sich z. B. die Einbringung von Raubmilben der Gattung Amblyseius, räuberisch lebenden Blumenwanzen der Gattung Orius oder von Larven der Florfliege Chrysoperla carnea an. Bei der Ausbringung von Nematoden, wie Steinernema, Heterorhabditis und Thripinema wird versucht, die im Boden lebenden Puppen zu schädigen. Ein weiterer Ansatz besteht in der Nutzung entomopathogener Pilze. Hier ist allerdings das Hauptproblem, dass die benötigte Luftfeuchtigkeit und die auf den Pilz abgestimmten Temperaturen oft schwer zu realisieren sind. Natürlich werden auch Pestizide und Insektizide versprüht. Allerdings können sich dabei durch die teilweise enorme Stückzahl von Fransenflüglern auf einem Feld, die sich ohne Partner vermehren können, leicht resistente Vertreter entwickeln. Keines der derzeit zugelassenen Insektizide besitzt z. B. gegen Frankliniella occidentalis noch zufriedenstellende Wirkung!

WEISSE FLIEGE

Weiße Fliege (Foto: Gaucho)

Weiße Fliege (Foto: Gaucho)

Symptome:
Die Tiere sind Schädlinge an Gemüse- und Zierpflanzen und können in Gewächshäusern große Schäden verursachen. Die Schädigung entsteht in erster Linie nicht durch das Saugen des Pflanzensaftes, sondern durch die Absonderung von Honigtau, der besonders bei hohen Temperaturen und Luftfeuchtigkeiten zu schimmeln beginnt.
Maßnahmen:
Neben Spritzmitteln werden in Gewächshäusern auch Schlupfwespen und besonders die Erzwespe Encarsia formosa als biologische Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Diese parasitieren die Larven (Nymphen) der Weißen Fliegen und legen ihre Eier darin ab. Daraufhin werden diese schwarz (siehe Bild des Tomatenblatts). Aus den schwarzen Puparien schlüpfen später neue Schlupfwespen wodurch sich eine Schlupfwespenpopulation aufbaut. Nach dem Schlüpfen beider Arten bleibt nach dem Schlüpfen die transparente Eihülle zurück, an der Ausstiegsöffnung ist zu erkennen welches Tier geschlüpft ist. Beim Schlüpfen der Schlupfwespe ist das Loch rund, die Weißen Fliegen hinterlassen eine T-förmige Öffnung. Für die Bekämpfung an Topfpflanzen eignen sich auch Lockstoff-Sticker, die man in der Nähe der befallenen Pflanzen anbringt und an denen die angelockten Tiere kleben bleiben.

WOLLLAUS / SCHMIERLAUS

Woll-Schmierlaus

Woll-Schmierlaus  (Foto: Frank Vincentz)

Symptome:
Im Gegensatz zu den gepanzerten Schildläusen bevorzugen die meisten Schmierlaus-Arten eher krautige Pflanzen, in der Natur vor allem Gräser, Korbblütler und Hülsenfrüchtler. An Kultur- und Zierpflanzen werden häufig Zitruspflanzen, Zuckerrohr, Weinreben, Ananaspflanzen, Maniok, Orchideen, Kakteen und andere Sukkulenten befallen. Die Ananasschmierlaus (Dysmicoccus brevipes) und Dysmicoccus neobrevipes sind zwei der Hauptschädlinge an Ananaspflanzen.
Maßnahmen:
Zur biologischen Bekämpfung von Schmierläusen eignen sich in der Regel Marienkäfer, Florfliegen und Schlupfwespen. Die aus Australien stammende Marienkäferart Cryptolaemus montrouzieri wird speziell dafür gezüchtet und vermarktet.
Da die Eier der Läuse zum Teil in der Erde liegen, und sich die Schädlinge auch an den Wurzeln befinden, ist bei Befall von Topfpflanzen das Verwerfen der Erde und das sorgfältige Abspülen der Wurzeln mit Wasser zu empfehlen. Danach setzt man die Pflanze mit neuer Erde in einen neuen Topf.
In den Wintermonaten kann bei Zimmerpflanzen auch eine Lösung aus zwölf Gramm Paraffinöl und einem Liter Wasser verwendet werden. Ein wenig Seife oder Spülmittel dient dabei der Vermischung der Substanzen und löst außerdem den wasserabweisenden Wachspanzer an. Fertige Lösungen zum Aufsprühen sind auch im Fachhandel erhältlich.
Auch das Besprühen von Kakteen mit reinem Brennspiritus ist eine mögliche Bekämpfungsmaßnahme. Der Brennspiritus durchdringt die Körperhülle der Wollläuse und tötet sie sehr schnell ab. Kakteen werden in der Ruhepause nicht vom Brennspiritus geschädigt. Auf ein Umtopfen sollte allerdings nicht verzichtet werden.
Einige systemische Insektizide (Imidacloprid, Thiacloprid, Dimethoat) sind zur Bekämpfung von Schmier- und Wollläusen zugelassen, allerdings sollte bei Einsatz dieser Mittel ihre Toxizität gegenüber dem Menschen und anderen Nichtzielorganismen bzw. Nützlingen beachtet werden.

Besonderer Dank und Ehre gilt allen Menschen, welche ihr Wissen auf Wikipedia zur freien Verfügung stellen ohne dafür Hand aufzuhalten während andere Gierhälse immernoch in Nebel  oder Holzkirchen sitzen! Bitte besucht auch die Einträge der jeweiligen Verfasser. Danke.

Ranchero

zurück

Ein Gedanke zu “Schädlinge

  1. Pingback: Schädlinge erkennen und bekämpfen - Gartentipps