Hochbeet selber bauen

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So einfach kann man sich ein Hochbeet selber bauen!

Hier zeige ich Euch wie ich mein eigenes Hochbeet gebaut habe. – für alles zusammen ca.  €130,-
Zunächst habe ich mir im örtlichen Baumarkt zwei Vierkanthölzer 3m x 8x8cm und 16 Fichten-Bretter 19mm x 10cm x 3m gekauft.
Als Lasur habe ich eine handelsübliche umweltverträgliche Dickschichtlasur verwendet und die Kanthölzer und die Bretter je 2x mit einer Schaumstoffwalze angestrichen (gewalzt). Geht natürlich auch mit nem breiten Pinsel, braucht jedoch doppelt so lange und verschwendet zusätzlich mehr Farbe!
Die Schrauben waren vom Discounter und nicht nur günstig sondern auch echt gut. (kann ich wirklich empfehlen! Terrassen Schrauben von Norma!)
Die Bretter habe ich mit einer Stichsäge auf 2m abgelängt (abgesägt). Die Abschnitte mit je 1m Länge ergeben die Stirnseiten des Hochbeets.
Die Kanthölzer habe ich anschließend auf 1m abgelängt und mit der Stichsäge angespitzt.

Und so wirds gemacht:

Ein Hochbeet selbst bauen - www.urban-growing.net

Die Kanthölzer werden an den Schnittstellen mit Lasur gestrichen bzw. gewalzt

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Die Kanthölzer – die späteren Eckpfosten – und die Bretter werden je 2x mit Lasur gestrichen / gewalzt

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Die Kanthölzer werden auf 1m abgelängt / abgesägt und angespitzt (ich habe dazu meine Stichsäge verwendet)

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Die Bretter, – je 8 Stück werden mit Hilfe eines anderen Brettes exakt gleich ausgerichtet

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An dem Eckpfosten entlang zeichne ich mir mit einem Bleistift die genaue Breite des Pfostens an

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Mit einem anderen Brett habe ich mir zwei Hilfslinien gezogen. Diese dienen mir als Bohrschablone damit die Schrauben genau in den Eckpfeiler treffen. Nun werden je Brett zwei Löcher versetzt gebohrt damit das Brett nicht splittert

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Unter die Bretter habe ich nun rechts und links je einen Eckpfeiler geschoben und oben bündig mit dem ersten Brett gesetzt. Mit einem Winkel richte ich die Bretter exakt aus

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Nachdem ich das oberste Brett mit einer Schraube fixiert habe, klopfe ich die Bretter eng zusammen. Um das unterste Brett nicht zu beschädigen, verwende ich einen Holzabschnitt als Klotz zum Daraufschlagen

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Nachdem ich auch das unterste Brett mit einer Schraube fixiert habe, schraube ich der Reihe nach alle Bretter fest. Ich verwende am liebsten Torx-Schrauben. Das sind Spax-Schrauben mit einem Innensechskant. Die lassen sich am Besten einschrauben, ohne daß der Schraubenkopf ausreibt! TIPP: Verwendet man klassische Kreuzschlitzschrauben, kann der Schraubenkopf sowie der Bit nach nur einem Mal Abrutschen unbrauchbar werden. Dann muss die verhunzte Schraube mit einer Zange herausgedreht oder aufgebohrt werden…

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Sind beide Eckpfosten festgeschraubt, wird das fast fertige Seitenteil umgedreht

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Als Auskleidung habe ich mich für eine besonders reißfeste Gewebefolie entschieden

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Als Erstes habe ich die Folie über das Seitenteil gerollt und mit etwas Zugabe entlang des Pfostens abgeschnitten. Dann habe ich begonnen die Folie (doppelt genommen!) entlang der Brettkante fest zu tackern. (Kauf Euch einen vernünftigen Tacker sonst müsst Ihr Euch nur rumärgern!)

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Auf der anderen Seite habe ich die überstehende Folie mit einem scharfen Cuttermesser sauber abgeschnitten

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Die Zugabe an den Eckpfosten wird nun sauber zwei mal umgeschlagen…

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…und natürlich ebenfalls festgetackert

 

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Im Stehen (!) werden nun die Stirnseiten an das erste Seitenteil geschraubt. Beginnt unten mit einer Schraube und richtet wieder alles mit einem Winkel gerade. 90°

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Das bin ich – Ranchero – bei der Arbeit. MIt meiner 35 Jahre alten AEG Bohrmaschine, welche ich am Liebsten zum Schrauben verwende

 

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Die offenen Schnittkanten werden noch, genauso wie die Eckpfosten, mit der Lasur zweimal angestrichen

 

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Und so sieht der fertige Hochbeet – Rahmen aus. Bereits komplett mit Folie ausgeschlagen

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Vor dem Aufstellen musste allerdings noch eine alte Baumwurzel ausgegraben werden, damit das Hochbeet auch gerade steht. Welch Plackerei…

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Dann war es endlich soweit! Mit einem großen Vorschlaghammer habe ich die Eckpfosten samt dem Hochbeet in die Erde geschlagen. Mit ca. 3-4 cm Abstand zum Boden. Dadurch kann durchsickerndes Wasser ablaufen und die Bretter liegen nicht direkt auf dem Boden auf und fangen an zu verrotten

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Auf den Boden kommt nun ein verzinktes, engmaschiges Hasengitter. Die Ränder werden an jeder Seite (!) ca. 4cm hochgekrempelt. Dadurch können weder Wühlmäuse noch Maulwürfe in das Hochbeet eindringen

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Als Dränung / Drainage kommt unten eine dicke Schicht grober Schotter. Das verhindert die Bildung von Staunässe da das überschüssige Wasser nach unten absickern kann

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Achtung: Man kann nun entweder erst noch Reisig oder Rindenmulch einbringen. Wir haben uns allerdings gleich für die Pflanzerde (den Sack für Ct-,99 bei NORMA) entschieden, da wir ja eine dicke Kiesschicht haben und deswegen auch nicht mit Staunässe rechnen müssen

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Und so schauts aus. Irgendwann war unser neues Hochbeet fertig. – Fehlt nur noch ein Maschendrahtgeflecht, damit mir die Vögel nicht die Saat herauspicken können! (Die schwarzen Eimer sind übrigens Bier-Schneckenfallen. Im Boden ist ein offenes Glas gefüllt mit Bier eingegraben und zum Schutz gegen Regen der Eimer darüber gestülpt. Vorne ist eine Öffnung auf der Wetter abgewendeten Seite. Damit der Eimer bei Wind und Regen nicht davon fliegt, ist er seitlich mit zwei langen Krampen im Boden verankert.) PS.: Die Bierschneckenfallen haben sich im Nachhinein als Katastrophe herausgestellt! Die Schnecken kamen sogar aus den Nachbargärten! Freibier für alle…

Viel Erfolg und Spaß beim Nachbauen!
Euer Ranchero!

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24 Gedanken zu “Hochbeet selber bauen

  1. Hallo,
    wie sind deine Erfahrungen mit Fichte/Tanne? Dir “Deluxe” Varianten sind bekanntermaßen aus Lärche und Duglasie und kosten ein vielfaches. Erreiche ich mit Fichtenholz die gleiche Haltbarkeit? Ich bin persönlich am überlegen, ob ich die unterste Leiste aus Lärche mache und die Leisten drüber aus normaler Fichte/Tanne.

    LG
    Flo

    • Servus Flo!
      Mein Hochbeet habe ich im April 2015 aus ganz gewöhnlichen gehobelten Fichtenbrettern gebaut.
      Bisher habe ich noch keine Verrottungs- oder Zersetzungserscheinungen an den Brettern festgestellt. Natürlich blättert hier und dort an manchen Stellen die Dickschichtlasur ein wenig ab – aber das macht nichts, da die Lasur damals sehr gut in die Bretter eingezogen ist.
      Mit Lärche und Duglasie habe ich keine Erfahrungen.
      Ich glaube, wenn man ein Hochbeet für die nächsten 15 bis 20 Jahre aus Holz bauen will, sollte man Harthölzer wie Eiche oder Buche verwenden. Dann wirds aber so richtig kostspielig! … ;)
      LG nach Olching,
      Ranchero

  2. Das nenne ich mal eine gute Anleitung. Es macht wirklich Spaß den Artikel zu lesen. Hätte ich das mal nur früher gefunden hätte ich meinen Freund vielleicht noch überzeugen können. Wir bauen gerade aus Europaletten kleine Beete den Balkon. Das gute ist, dass sie auch als Sichtschutz dienen. Viel kann man darin nicht anbauen aber es ist ein erster Schritt. Dein Hochbeet gefällt mir aber wirklich gut. Sehr schick!

    • Hallo Lara,
      danke für die Anerkennung! Ihr könnt natürlich das von mir beschriebene Hochbeet in kleineren Dimensionen bauen! Vielleicht kannst du deinen Freund ja doch noch überzeugen! ;)
      Gruß, Ranchero

  3. Mein Mann will mir Hochbeete als Blümenkübel bauen.Heute hat er mit dem ersten angefangen,es ist auch genauso gebaut worden wie deins ,nur mit Douglasienbretter ,die übrig waren vom Terassenbau.Nur jetzt haben wir ein Problem, wir können ja nicht von unten befüllen,sollen ja auf der Terasse,als Blümenkübel stehen.Wir wissen aber nicht,wie wir eine Zwischenablage einbauen können und sollen?Vielleicht hast du ja einen Tipp. Vielen lieben Dank im voraus…

    • Hallo Maria,
      wie breit, wie hoch und wie lang ist das Blumenhochbeet?
      Könntest du mir eventuell ein Foto davon schicken?
      Vielleicht fällt mir ja was ein.
      email an: brainzatwork@(web).de
      Betreff: Hochbeet
      LG,
      Ranchero

  4. Super Sache, habe gestern angefangen :) Kleiner Tipp, um die Verfaulung hinauszuzögern: Einschlagbodenhülsen! Als “Trennschicht” gar nicht so übel und man spart sich das Anspitzen. Vielen Dank für die detaillierte Anleitung!!!

    Gruß, Timo

    • Hi Timo,
      danke für den konstruktiven Tipp! Aber hast du keine Angst, dass das Regenwasser sich in den Hülsen staut und damit das Holz noch schneller verfault? Lass es mich wissen!
      Gruß, Ranchero

      • Hochbeet steht und wurde strikt nach deiner Anleitung aufgebaut :) Wir haben nur andere Folie und halt die Hülsen verwendet. Sieht super aus!!! Die Hülsen haben auf der Unterseite kleine Entleerungen, sollte sich also eigentlich nichts stauen. Notfalls könnte man sie auch noch von oben abdichten mit Silikon oder Acryl…Die nächste Saison kann kommen :D

        Danke nochmal!!!

      • Moin Ranchero,

        Baue heute mein viertes Hoch-/Kompostbeet und benutze auch Einschlaghülsen, in die ich ein paar Kieselsteine reinlege…da fault nix mehr. Natürlich streich ich die Kopf/Stirnseite dick mit Schwedenrot ein…
        Gruß aus Nordhessen….und weiter so!!!
        Crashman

      • Servus Andi!
        Die angespitzten Pfosten bzw. Einschlaghülsen dienen lediglich dazu das Hochbeet zu stabilisieren, damit es sich nich mit der Zeit verzieht.
        Thats it.
        Gruß,
        Ranchero

  5. Hallo Ranchero
    Vielen Dank für die Anleitung. Habe die letzten Tage ein Hochbeet damit gebaut und es hat alles super funktioniert!
    Ich habe noch eine Frage zum Befüllen. Ich platziere das Hochbeet auf Steinplatten auf meinem Balkon. Was wäre wohl am besten für den Boden geeignet? Ich habe gedacht direkt Blähton auf die Platten und dann die restlichen Schichten. Ansonsten kann ich ja die Schichten genau gleich, wie ein Hochbeet in einem Garten mit Erdboden befüllen oder?
    Viele Grüsse
    Robin

    • Hallo Robin,
      ich habe zwar absolut keine Erfahrung mit Hochbeeten auf dem Balkon, freue mich aber sehr für dich, dass es so prima funktioniert hat.
      Was meinst du denn mit Blähbeton? Diese Hohlblocksteine aus Betonkrümeln? Wenn du die unten als Drainage einbringst reduzierst du die Füllhöhe automatisch um ca. 40cm. Das ist gut. Es verringert das Gesamtgewicht des Ganzen. Mit Wasser vollgesogene Erde dürfte wohl um einiges schwerer sein als acht bis zehn Hohlblocksteine. Ich weiß zwar nicht welche Traglast dein Balkon aushält, aber ich denke es sollte klappen.
      Gruß,
      Ranchero

  6. Hallo, super Anleitung, werde ich evtl. mal nachbauen. Nur noch ne Frage: Ist die Gefahr des Verfaulens nicht relativ hoch, wenn ich das Hochbeet direkt in die Erde klopfe? Also Holz und Erde führt doch schlißelich immer zum Verfaulen, oder? Gibt es dazu noch andere Möglichkeiten?
    Danke und Gruß – Michael

    • Servus Michael!
      Damit das Holz eine zeitlang hält habe ich es genauso wie die Bretter zweimal mit der Lasur eingelassen. Sicherlich fängt das Holz irgendwann an zu verrotten. Dann muss ich wohl die Stumpen abschneiden. Die Alternative zum Einrammen in den Boden wäre es, an den Ecken auf Beton Pflastersteine zu stellen. Wenn da 400 Liter Erde drin sind wird es wohl auch nicht mehr verrutschen können. Ich denke, das sollte auf jeden Fall funktionieren.
      Gruß, Ranchero

  7. Schöner Beitrag, den ich gerne bei mir als Anleitung verlinke.
    Das mit dem Tacker hätte ich gestern schon lesen müssen – wir standen letztendlich mit Krampen und Hammer da um die Gitternetzfolie anzubringen ;)
    Viele Grüße
    Kirsten

    • Hallo Kirsten,
      wie ich gesehen habe, ist euer Hochbeetprojekt ja ein voller Erfolg geworden! Sehr schön! Und danke für die Verlinkung!
      Grüße aus München,
      Ranchero

  8. Pingback: Ein Hochbeet selbst bauen - GartentippsGartentipps

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