Sicheres Verschanzen in Wohnungen

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Sicheres Einbunkern / Verschanzen in Wohnungen außerhalb und in Ballungsräumen

Wer es vorzieht sich in der Stadt in seiner Wohnung zu verschanzen, muß einige wesentliche Punkte berücksichtigen:

  1. wie lange hält mein Wasservorrat?
  2. was mache ich wenn der Strom ausfällt?
  3. wie lange reichen meine Nahrungsmittel?
  4. welche Fluchtmöglichkeiten habe ich bei einer Belagerung?
  5. welche Hygienemaßnahmen kann ich ergreifen?
  6. Fluchtgepäck

1. Solltet ihr in einem Hochhaus oder in einer größeren Wohnanlage wohnen und einer Flucht das Einbunkern bzw. Verschanzen / Wohnung verbarikadieren vorziehen, müsst ihr für euch und eure Angehörigen unbedingte Vorsichtsmaßnahmen treffen.
Ein wesentlicher Punkt für sicheres Verschanzen in der eigenen Wohnunge ist das Bunkern von Wasser! Im Krisenfall lasst alle verfügbaren Behältnisse mit Wasser vollaufen! Badewanne / Dusche, Eimer, Gießkannen, Kochtöpfe, Toiletten-Spülkästen ect. Ratsam ist es auch hier, sich rechtzeitig mit 3-4 (oder mehr) 20l Wasserkanistern zu versorgen. (Faltkanister sparen Platz!) Ein überschaubarer Bargeldvorrat in kleinen Scheinen im Haus / Wohnung versteckt kann oft Wunder bewirken wenn ihr später doch noch raus müsst um Sachen zu besorgen…
Siehe Notfallchecklisten [Link]
TIPP: Konservendosen wie Eintopf oder Suppen enthalten von Haus aus Lebensmittel mit Wasser. Ihr müsst dafür kein kostbares Wasser aus dem Vorrat nehmen! Tütensuppen brauchen weniger Platz, benötigen zur Zubereitung jedoch Trinkwasser!
Um Wasser zu entkeimen helfen reine Silbermünzen oder reiner Silberdraht welche in das betreffende Behältnis gegeben werden. Die Silberionen entkeimen das Wasser! (kollodiales Silber!) Falls ihr sowas zur Hand habt, könnt ihr das Wasser auch mit UV-Strahlen aus aus einer UV-Lampe entkeimen!
Erschließt euch rechtzeitig umliegende Wasserquellen. Das können Bäche, Teiche, Flüsse oder Seen sein. Oftmals reicht schon ein gewöhnliches Gartenschwimmbad um sich Wasser besorgen zu können [Google Earth]. Filtert dieses durch einen selbst gemachten Sandfilter mit Aktivkohle und kocht es vor dem Verzehr ab! Druckt euch google maps oder google earth Ansichten euer näheren und weiteren Umgebung aus und markiert euch eventuelle und sichere Wasserquellen! Überlegt euch, wie ihr im Ernstfall ungesehen und ungehindert an diese Wasserquellen heran kommt! [Zugangsmöglichkeiten und Ausrüstung (Nachtsichtgerät, Drahtschere, Kanister im Rucksack ect.)]

2. Wenn der Strom ausfällt, was sehr wahrscheinlich sein wird, müßt ihr einen ausreichenden Vorrat an Batterien zur Notbeleuchtung für euere Taschenlampen angelegt haben! Eine Autobatterie versorgt euch mit 12V Strom. Mittels eines Konverters könnt ihr sogar kurzzeitig 220V Gräte anschließen, wie z.B. Ladegeräte für Taschenlampen Akkus.
Besorgt euch rechtzeitig ein kleines Kurbelradio so könnt ihr auch Notfallprogramme hören. Für wenig Geld gibt es bereits brauchbare Kurbeltaschenlampen! Legt euch wenigsten 2 Stück davon zu!
TIPP: Vermeidet es, bei ungewöhnlichen Geräuschen nachts aus der Wohnung zu leuchten! Das könnte Plünderer oder Vergewaltiger anlocken! Wenn ihr draußen was hört, verhaltet euch ruhig! Bleibt von den Fenstern weg! Beruhigt sensible Personen in euerer Umgebung! Ermahnt sie zur absoluten Ruhe!
Um Nahrung zubereiten zu können, legt euch einen 1 oder 2 flammigen Gas-Campingkocher mit ausreichend Gaskartuschen zu. Ein ausreichender Vorrat an 8 Stunden Teelichtern (Metro) spendet Trost und Wärme und eignet sich auch zum Erwärmen von Speisen. Kein Feuer ohne Feuerzeuge oder Streichhölzer! Kauft einen Vorrat an Feuerzeugen!!

3. Um ein langfristiges Überleben zu sichern braucht ihr einen sinvoll zusammengestellten Nahrungsmittelvorrat! Siehe Notfallchecklisten [Link] Achtet beim Kauf bereits auf das Haltbarkeitsdatum. Je länger haltbar, desto besser.
TIPP: auch hier gilt wie immer, ist eine Konservendose nicht aufgebläht, ist der Inhalt noch essbar! Diverse Lebensmittel wie Mehl, Backmischungen, Trockenhefe, Bohnen, – uvm. sollten vakuumiert werden! Dadurch erhöht sich ihre Haltbarkeit um Jahre!

Eine gute Maßnahme ist es, sich einen größeren Vorrat an selbst erstellten EPAs anzulegen!
Bunkert dazu noch einen Vorrat an Vitamintabletten und diversen Mineraltabletten.

4. Sollte eure Wohnung von Plünderern belagert werden, müsst ihr die Möglichkeit zur Flucht haben! Wer eine Wohnung höher als Hochparterre (hohes Erdgeschoss) hat, ist gut beraten, sich ein kräftiges Seil zuzulegen. Wenn möglich ein professionelles Kletterseil / Paracord mit Sitzgurt. (alternativ gibt es gute Seile als Meterware im Baumarkt) Ein paar Trainingsstunden in der Kletterhalle können da nicht schaden! Vor dem Kauf eines Kletterseils müßt ihr die absolute Abseiltiefe herausfinden!! Besorgt euch dazu ein Knäuel Paketschnur oder Bindfaden und lasst daran ein Gewicht bis zum Boden hinab. Messt nun die Länge und ihr wisst, wie hoch eure Wohnung liegt. Könnt – oder wollt ihr euch nicht mit einem Sitzgurt im Stil der Gebirgsjäger abseilen, dann knotet euch alle 50 cm einen “normalen” Knoten und zieht diesen fest an. Bedenkt aber, dass euer Seil in diesem Fall fast [je nach Höhe] doppelt so lang sein muss! Testet, am besten Nachts und unbeobachtet, ob das geknotete Seil auch bis zum Boden reicht.
Habt ihr die Möglichkeit, das Treppenhaus zu verbarrikadieren, tut das im Ernstfall!
Verstärkt eure Wohnungstüre! 3 bis 4 quer angebrachte und mit dem umliegenden Mauerwerk [nicht mit dem Türrahmen!] verschraubte Stahlwinkel machen zusammen mit 5-6mm starkem Fachstahl aus eurer Wohnungstüre eine “Bunkertüre” die auch Angriffen mit einer Axt von aussen einigermaßen Standhält.

Sicheres Verschanzen in Wohnungen in Krisensituationen - Notfallmaßnahnen - www.urban-growing.net

Solche Türsicherungen sind in 30-40 Minuten befestigt!

Das gewaltsame Öffnen der Wohnungstüre verschafft euch ausreichend Zeit um euch professionell abzuseilen!

5. Um die Zeit des eingebunkertseins halbwegs hygienisch zu überstehen, solltet ihr euch Gedanken zur Notdurft machen! Bunkert Klopapier! Ein guter Tipp von mir sind Rollen mit Plastiktüten aus der Gemüseabteilung im Supermarkt! Fragt den Filialleiter, ob er euch eine ganze Rolle schenken kann! Diese Tüten könnt ihr einzeln über einen kleinen 5 Liter Eimer spannen und eure Notdurft hinein verrichten. Klingt zunächst komisch, aber: es gibt eventuell keinen Strom und kein Wasser!
Haltet unbedingt ein Mindestmaß an Körperhygiene ein! Ein Pilz an den Füßen oder im Intimbereich kann unter Umständen verheerende Auswirkungen haben! Opfert täglich etwas Wasser um euch zu reinigen!! Haltet eure Socken oder Strümpfe trocken!! Das hilft Entzündungen an den Füßen zu vermeiden!
Haltet eure Wohnung sauber! Das vermeidet Ungeziefer! Wie ihr die Beutel entsorgt bleibt eurer Phantasie überlassen…
Bedenkt aber, dass vor einem Haus verstreute Kack-Beutel ein eindeutiger Hinweis auf Bewohner sind!!!
Daher besser die zugeknoteten Tüten im Dunkeln auf einen unbewohnten Nachbarbalkon werfen!

6. Bei einer überstürzten Abreise ist ein vernünftiges Fluchtgepäck sinnvoll!
Wie ihr einen Notfallrucksack ausrüstet seht ihr hier [Link]
Packt aber nur soviel ein, wie ihr auch bequem tragen könnt! Haltet ein Messer kampfbereit am Körper um euch und euer Eigentum verteidigen zu können!

7. Wenn ihr eure Wohnungsnachbarn gut kennt und ihnen Vertrauen schenkt, versucht herauszubekommen, ob sie ähnlich denken wie ihr. Verratet allerdings eure Hintergedanken nicht! Sonst sind eure Nachbarn die ersten Plünderer!!
Im Ernstfall könnt ihr so eine sinnvolle Allianz bilden.

Be prepared!
Ranchero
[…und Ja, ich bin ehemaliger Gebirgsjäger und ehem. KRK Einsatzkraft – ausgebildet als Sicherungssoldat…
Und Ja, ich war es sehr gerne und es erfüllt mich auch heute noch mit Stolz, für den Schutz meiner Heimat  und unserer Werte ausgebildet worden zu sein! ]

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Ein Gedanke zu “Sicheres Verschanzen in Wohnungen

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